#133 – Was ist eigentlich WIPS?

#132 – Was ist eigentlich eine Bandbreite?
10. Januar 2020

Heute dreht sich alles um das Thema: „Was ist eigentlich ein WIPS?” 

 

Bevor ich Ihnen diese Frage beantworte, möchte ich kurz -der Verständlichkeit halber- auf die Begrifflichkeiten Intrusion Detection System und Intrusion Prevention System eingehen.

 

Intrusion Detection Systeme (IDS) und Intrusion Prevention Systeme (IPS) sind beides Bestandteile der Netzwerkinfrastruktur und dienen dazu den Datenverkehr in Netzwerken vor Gefahren bzw. Angriffen zu schützen.

  • Das Intrusion Detection System, kurz IDS, ist dabei in der Lage, anhand bestimmter Muster Angriffe auf Computersysteme oder Netzwerke zu erkennen und Anwender oder Administratoren zu informieren.
  • Das Intrusion-Prevention-Systeme, kurz IPS, hingegen geht einen Schritt weiter und ist in der Lage, Angriffe auf Netzwerke oder Computersysteme abzuwehren.

Kommen wir zurück zu unserer Ausgangsfrage, was ist eigentlich ein WIPS?

Die Abkürzung WIPS steht für Wireless Intrusion Prevention System. Und wie der Name schon vermuten lässt, handelt sich hierbei um ein System, dass Angriffe wie DoS-Attacken, Honeypots oder Man-in-the-Middle-Angriffe und nicht autorisierte Zugriffe durch beispielsweise Access Points auf ein WLAN detektiert und abwehrt.

 

Dabei erfolgt die Steuerung des Wireless Intrusion Prevention Systems über eine zentrale Administrationsoberfläche. Die WIPS sind in der Regel so konfiguriert, dass sie bei erkannten Bedrohungen selbständig Abwehrmaßnahmen ergreifen und gleichzeitig einen vorher festgelegten Personenkreis alarmieren.

 

Prinzipiell besteht ein Wireless Intrusion Prevention System aus drei Komponenten. Diese sind:

  • Sensoren zur Überwachung des Netzwerks und des Funkspektrums
  • ein Managementsystem zur Verwaltung und Bedienung des Wireless Intrusion Prevention Systems

sowie

  • zentrale Server für die Analyse und die Kommunikation mit den Sensoren

Die einzelnen Komponenten können dabei entweder dediziert* ausgeführt oder in den vorhandenen WLAN-Geräten als zusätzliche Funktionen auf Softwarebasis integriert sein.

Der Vorteil von Wireless Intrusion Prevention Systeme aus dedizierten Komponenten ist, dass sie sich als Overlay-System betreiben lassen. Das bedeutet, dass Anwender ein Drahtlosnetzwerk nicht verändern müssen. Außerdem sorgt die Separierung von Überwachung und produktivem Netz für ein höheres Schutzniveau.

 

Schauen wir uns die Funktionsweise eines Wireless Intrusion Prevention Systems etwas genauer an.

 

Für eine wirksame Erkennung und Abwehr von nicht autorisierten WLAN-Zugriffen oder falschen Access Points überwacht und analysiert ein Wireless Intrusion Prevention System, sowohl die Funkfrequenzen als auch die im WLAN ausgetauschten Daten.

Sobald ein Wireless Intrusion Prevention System einen Rogue Access Point -sprich einen nicht autorisierten Zugriffspunkt- im WLAN Netzwerk identifiziert, verschickt es De-Autorisierungspakete an den nicht autorisierten Access Point und die mit ihm verbundenen Clients. Die De-Autorisierungspakete geben sich gegenseitig als Client oder Accesspoint aus und veranlassen die Kommunikationspartner die Verbindung zu trennen. Werden zudem verdächtige Aktivitäten auf bestimmten nicht vorgesehenen Funkkanälen festgestellt, werden diese durch verschiedene Maßnahmen gesperrt.

Sie können sich das Ganze auch so vorstellen:

Mal angenommen, sie sind Unternehmer und betreiben eine eigene Wireless LAN Infrastruktur, um Ihren Vertriebsmitarbeitern das mobile Arbeiten mit Laptop und SmartPad zu ermöglichen. Max Mustermann ist Angestellter in der Fertigung und möchte während der Arbeitszeit auch mit seinem Smartphone per WLAN surfen. Daher hat er seinen privaten Access Point mitgebracht, den er heimlich in das Firmennetz integriert hat. Dank Ihres implementierten Wireless Intrusion Prevention Systems, wird der Rogue Access Point im eigenen Netzwerk identifiziert und automatisch abgewehrt. Gleichzeitig werden die verantwortlichen Administratoren alarmiert.

 

Neben diesem gerade genannten Beispiel gibt es noch folgende Anwendungsfälle und Szenarien, die für den Einsatz eines Wireless Intrusion Prevention System sprechen:

  • Szenario 1: Datendiebstahl im Netzwerk

Durch den Einsatz von WIPS kann der Netzwerk-Traffic vor Snooping plus Datendiebstahl geschützt und durch Angriffe verursachte Traffic-Störungen verhindert werden.

●       Szenario 2: Gastnetzwerke

Durch den Einsatz von WIPS, kann das produktive Büronetzwerk vom Gastnetzwerk separiert und somit geschützt werden. Den Gästen stellt man genau genommen ein separates Netzwerk zur Verfügung und verwendet dafür ein gemeinsam genutztes Passwort.

●       Szenario 3: Netzwerk-Monitoring und -Untersuchungen:

Durch den Einsatz von WIPS können Angriffsversuche erkannt werden, indem für diese eine Log-Datei geschrieben wird. Weiterhin benachrichtigen sie bei bestimmten Angriffsaktivitäten und loggen auch andere Ereignisse, die man später untersuchen kann. Dabei ist es irrelevant, ob diese geblockt wurden oder nicht.

●       Szenario 4: Netzwerk- und Geräteklassifizierung und -identifikation:

Durch den Einsatz von WIPS, werden alle Geräte, die auf das drahtlose Netzwerk zugreifen, geprüft ob sie die notwendigen Rechte haben. Eine weitere sinnvolle Funktion von WIPS ist, dass sie die Netzwerkarchitektur, alle drahtlosen Access Points und deren Standorte identifizieren können.

●       Szenario 5: Richtlinienkonformität (Policy Compliance):

Durch den Einsatz von WIPS wird sichergestellt, dass alle drahtlosen Geräte identifiziert werden, die den Compliance-Regularien nicht entsprechen.

Welche Vorteile ergeben sich durch den Einsatz eines Wireless Intrusion Prevention Systems?

Ein Wireless Intrusion Prevention Systems bietet Anwendern gleich mehrere Vorteile. Dazu zählen unter anderen

  • zusätzlicher Schutz der WLAN-Infrastruktur
  • automatische Erkennung von Bedrohungen des drahtlosen Netzwerks
  • automatische Abwehr von diversen Angriffsmethoden
  • Erkennung und Abwehr von Rogue Access Points und Rogue Clients
  • Erkennung und Abwehr von Evil Twin Access Points
  • Erkennung und Neutralisation von falsch konfigurierten Access Points
  • Durchsetzung der WLAN-Policies
  • BYOD-Absicherung, steht für Bring your own device
  • automatische Alarmierung bei verdächtigen Aktivitäten

Wir kommen nun zum Ende unsere heutigen Podcast.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Unternehmen müssen sich heutzutage gegen zahlreiche Bedrohungen und Angriffe wie DDoS-Attacken, Honeypots oder Man-in-the-Middle-Angriffe wappnen, die ihr WLAN betreffen können. Durch den Einsatz eines Wireless Intrusion Prevention Systems, können sie nicht nur bösartige Angriffe abwehren, sondern auch beispielsweise unbeabsichtigte Vorfälle verhindern, wie das versehentliche Anmelden an einem Netzwerk in der Umgebung, welches nicht zum Firmennetzwerk gehört. Dieses Szenario könnte zu einem schwerwiegendem Sicherheitsproblem führen, da die Datensicherheit in dem unbekannten und nicht vertrauenswürdigen Netzwerk nicht sichergestellt werden kann. Das sind nur ein paar wenige Beispiele, die die Notwendigkeit einer WLAN-Absicherung durch ein Wireless Intrusion Prevention Systems, unterstreichen.

So liebe IT Profis, das wars auch schon für heute vom IT Manager Podcast, ich hoffe es hat Ihnen gefallen – wenn ja freue ich mich wie immer sehr über ein Like auf Facebook und eine fünf Sterne Bewertung bei iTunes.

Nächste Woche Freitag gibt es dann natürlich wieder eine neue Folge des IT Manager Podcasts.

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Kontakt: Ingo Lücker, ingo.luecker@itleague.de

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